Was vom Sieg der Gerechtigkeit blieb, als er seinen Heiligenschein verlor
Ach, Barack, das hast du dir ja schön ausgedacht: „Vielleicht ist der Stepptanz auf Bin Ladens Grab so laut, dass sie unser Eingeständnis gar nicht hören?“
Die Einzelheiten dessen werden jedenfalls derzeit bei jeder Pressekonferenz des Weißen Hauses ins Mikrofon gemurmelt. Baron Münchhausen hätte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in die Lehre gehen können, so unglaublich scheinen die Details des Angriffs gegen Bin Laden. Neuester Hit: Er war nicht bewaffnet, habe sich aber zur Wehr gesetzt. Ungeachtet der Tatsache, wer oder was dieser Mensch war, eventuell hätte ich dies auch in Erwägung gezogen, hätte ein Killer-Kommando über meinem Haus seine Kreise gezogen. Aber ist ja egal, lieber rufen wir ein kräftiges „Rot in hell!“ (Titel einer US-Boulevardzeitung) in Richtung des Meeres und feiern uns selbst.
Und an alle Moralprediger (ich selbst gehöre wahrscheinlich auch dazu): Gestern Abend hieß es, Ziel des Einsatzes sei es gewesen, Bin Laden festzunehmen, nicht zu töten. Heute hingegen: Der Befehl lautete auf Tötung, doch hätte Bin Laden die Hände erhoben und sich ergeben, wäre alles ganz anders gekommen. Quasi ein unschuldiges Schulterzucken der Amerikaner für einen Schritt, der ohnehin nicht mehr rückgängig zu machen ist. Und diejenigen, die sich einen Prozess gegen den meistgesuchten Terroristen der Welt gewünscht haben, dürften damit wohl auch beruhigt sein. Vermutlich wäre es Utopie gewesen, einen gerichtliches Urteil gegen Bin Laden zu erwarten, dennoch sind die Aussagen des Weißen Hauses nur halbe Wahrheiten: Natürlich war das Gefecht „unberechenbar“, denn sobald zwei Lager aufeinander schießen, dürfte jede Kontrollinstanz außer Kraft gesetzt sein. Darüber hinaus gilt ganz banal: Bin Laden hätte lebend schlicht zu viele Probleme bereitet. Wo hätte man ihm den Prozess gemacht? Im Nahen Osten? Washington? Den Haag? Wäre die Wut der Islamisten bei einem lebendig gefangenen Idol nicht noch schrecklicher gewesen? Wie hätte die Beweislage ausgesehen? Wie viele Jahre hätte der Prozess gedauert? Vermutlich nicht allzu lang, denn im Jahre 2012 stehen die Präsidentenwahlen in den USA an. Ein auf seine „gerechte“ Strafe wartender Top-Terrorist im Hinterhof würde da sowieso nur stören.
Apropos „Wahl“: Rein wirtschaftlich haben die Vereinigten Staaten zur Zeit nur wenig zu lachen. Wie viele Millionen Dollar der Krieg im Nahen Osten bereits verschlungen hat, möchte ich persönlich gar nicht wissen. Ob durch den Tod Bin Ladens der Konflikt sich dem Ende neigen kann, ist fragwürdig, eventuell spekulierte man lediglich darauf, für einen kleinen Stimmungsaufheller im eigenen Land zu sorgen, der die innenpolitische Misere vergessen lässt. In diesem Fall wäre die Taktik aufgegangen.
Währenddessen macht der Rest der Welt den braven Anstands-Wauwau: So sagt Angela Merkel, dass „die Kräfte des Friedens“ in der Nacht der Tötung Bin Ladens gesiegt hätten. Dem Plural ließe sich entnehmen, dass sie Europa, doch vor allem Deutschland auf Seiten der USA sieht. Bloß die Füße still halten, nachdem sich die Bundesrepublik nach der Enthaltung im Libyen-Konflikt schon keine (amerikanischen) Freunde gemacht hat. Darf man deswegen in Kauf nehmen, dass eine Supermacht die Souveränität anderer Staaten missachtet und einen historischen Alleingang der Selbstgerechtigkeit geht?
Es wurde die Chance verpasst, der (islamistischen) Welt zu beweisen, dass Demokratie über Diktatur siegt. Vielmehr noch: Sämtliche Werte, die einen jeden Rechtsstaat des Westens zusammenhalten, wurden in der Nacht der Tötung Bin Ladens verraten. Auf den letztendlichen Beweis seiner Ermordung warten wir noch. Zu „grausig“ seien die Bilder, so ein Sprecher des Weißen Hauses. Grausig war vieles in den vergangenen Jahren. Ich denke, den Anblick dieses Bildes könnte die Menschheit ertragen (sofern es von der Öffentlichkeit nicht wieder frenetisch gefeiert würde). Oder kennen wir am Ende doch nur die Spitze des Eisbergs?
„In God we trust“ steht auf jeder US-Dollar-Note geschrieben. Die eigene Regierung sollte es jedenfalls nicht sein.








Was kann man den anders machen um die Teroristen zu stoppen. Wenn die Amerikaner in gefangen genommen hätten schnappen irgendwelche Terroristen sich ein Flugzeug und pressen in wieder frei. Ich find es nicht gut ihn einfach
so abzuknalln aber was soll man anders machen.
wirklich guter artikel wenn da nicht die sache wär, dass OBL seit dezember 2001 tot ist..gestorben an nieren oder leber versagen in pakistan…
Nein Nein, ich lebe noch, das stecken die Illuminaten dahinter!