Kaffeetrinken als neuer Volkssport?

Alex 7. Januar 2010 2

Jetzt einen Kaffee…Jeder kennt es. Um morgens richtig in die Gänge zu kommen, greifen viele zur Tassekaffee und was wäre auch ein richtiges Frühstück ohne Kaffee? Aber auch unterwegs, wenn man vielleicht kein Frühstück hatte, bedient man sich gerne, dann schnappt man sich meistens beim bekannten Kiosk einen “Coffee to go”. Weiter geht es dann am Arbeitsplatz, wo einige schon mal über den Tag verteilt 10 Tassen in sich hinein schütten. Was ist das Geheimnis des Kaffees? Was macht ihm für viele zu einem so unverzichtbaren Genuss? Und kann Kaffee die Gesundheit bei übermäßigem Verzehr schädigen?

Wer twittert, dem ist es bestimmt schon aufgefallen: Wie oft springen einen da Statusnachrichten an, wo es heißt: “Jetzt erstmal einen Kaffee”? Warum heißt es eigentlich nicht: “Jetzt erstmal eine Banane, ein Stück Obst, einen Yoghurt oder gar ein Schluck Wasser? Nein, meistens ist es Kaffee. Es scheint regelrecht eine neue Art von Sport zu sein, dieses Kaffeetrinken. Ist das denn noch gesund? Macht Kaffee denn nicht schlapp, müde und auf die Dauer auch krank? So heißt es in einem bekannten Lied doch: “Nicht für Kinder ist der Türkentrank,
Schwächt die Nerven, macht dich blaß und krank,
Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann”, aber ist er auch für Erwachsene schädlich? Bekannt ist ja, dass zu viel Kaffee schlechte Zähne verursacht. Angeblich soll er aber auch den Insulinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker erhöhen, den Körper entwässern und somit dem gesamten Herz-Kreislauf-System schaden. Kaffee enthält aber auch die wichtigen Antioxidanten, die wir sonst durch Obst und Gemüse zu uns nehmen. Diese verhindern die Oxidation empfindlicher Moleküle im menschlichen Körper und sind somit ein wichtiger Schutzfaktor. Ein Beispiel ist, dass sie Nierenzellen vor kanzerogenen Sauerstoffradikalen schützen sollen und somit das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken, erheblich mindern. Angeblich soll er auch das Brustkrebsrisiko bei Frauen um bis zu 70 Prozent senken und weiterhin vor Blasen- und Dickdarmkrebs schützen.

Ein weiteres Vorurteil gegen Kaffee ist, dass er sich negativ auf die Konzentration auswirke.  Dies ist nicht ganz haltbar. Kaffee blockiert Adenosin, wodurch es zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin kommt. Dopamin fördert gewissermaßen die Konzentrationsfähigkeit, während Adrenalin sie jedoch behindern kann, da dies die Denkfähigkeit zugunsten der Reflexhandlung vermindert. So können komplizierte Aufgaben, die exaktes Denken benötigen, eventuell bei einer hohen Dosis Koffein (Coffeinismus > 6 Tassen) schlechter gelöst werden.

Vielleicht wäre es manchmal besser statt einer Tasse Kaffee etwas wirklich Gesundes zu sich zu nehmen oder zum Ausgleich auch mal Sport zu treiben. Doch angesichts der obrigen Punkte kann man wohl bedenkenlos weiter in Ruhe seinen Kaffee schlürfen.

Nachdem wir das Gesundheitsproblem beleuchtet haben, stellen wir uns nun die Frage, woher dieses Getränk Kaffee eigentlich kommt und was das Geheimnis des wohltuenden Geschmacks von frisch aufgebrühtem Kaffee ist?

Zum Ursprung des Kaffees gibt es eine schöne Anekdote von Antonius Faustus Naironus: Dieser schrieb 1671 in seinem Buch “De saluberrima potione cahve”, dass einst Hirten aus der äthiopischen Region Kaffa aufgefallen sei, dass ein Teil der Ziegenherde, der von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatte, bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere müde waren. Die Hirten beklagten sich darüber bei Mönchen des nahe gelegenen Klosters. Als ein abessinischer Hirte selbst die Früchte des Strauchs probierte, stellte er auch bei sich eine belebende Wirkung fest. Bei Nachforschungen an der Grasungsstelle entdeckten die Mönche einige dunkelgrüne Pflanzen mit kirschenartigen Früchten. Sie bereiteten daraus einen Aufguss und konnten fortan bis tief in die Nacht hinein wach bleiben, beten und miteinander reden. Andere Quellen besagen, der Hirte habe die im rohen Zustand ungenießbaren Früchte angewidert ins Feuer gespuckt, woraufhin Düfte freigesetzt wurden; so entstand die Idee des Röstens. Was nun wirklich wahr an der Geschichte ist, bleibt wohl jedem selbst überlassen zu glauben, aber immerhin beschreibt sie sehr poetisch, wie der Kaffee entdeckt worden sein könnte.

Die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens soll das Ursprungsgebiet des Kaffees sein. Dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Von Äthiopien gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler nach Arabien. Geröstet und getrunken wurde er aber dort wahrscheinlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Kaffeeanbau brachte Arabien eine Monopolrolle ein. Handelszentrum war die Hafenstadt Mocha, auch Mokka genannt, was das heutige al-Mukha im Jemen ist.

Die äthiopische Kaffeetradition ist wohl die ursprünglichste: Nach dem Rösten der Bohnen in einer großen Eisenpfanne werden diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft. Das Mahlgut wird mit Wasser und Zucker in der sogenannten Jabana (einem bauchigen Tonkrug ähnlich einer Karaffe) aufgekocht und in kleinen Schalen serviert.

Das Wort Kaffee lässt sich bis auf das arabische qahwa zurückverfolgen, das neben Kaffee auch Wein bezeichnen kann. Über das Türkische kahve gelangte es ins Italienische (caffè) und von dort ins Französische, dessen Wort café ohne große lautliche Änderungen ins Deutsche übernommen und nur in der Schreibweise angepasst wurde.

Kaffee ist also ein Getränk mit einer langen Tradition und sein Geschmack wurde uns wohl aus dem fernen Äthiopien überbracht. Diesen lernten unsere Vorfahren dann 1683 das erste Mal im Wiener Kaffehaus schätzen, nachdem im Kampf gegen die Türken 500 Sack Kaffee erbeutet worden waren. Gegründet wurde es von Georg Franz Kolschitzky, einen Polen, der in türkische Gefangenschaft geraten war. Gleichwohl gelangte der Kaffee offenbar schon früher nach Deutschland. Das erste deutsche Kaffeehaus stand bereits 1673 in Bremen. Seither können wir also in Deutschland schon Kaffee genießen und das vermutlich auch noch in 100 und mehr Jahren.


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2 Kommentare »

  1. AlexiBexi 7. Januar 2010 um 10:24 - Reply

    Darauf erstmal einen Kaffee, was? ;)

  2. Dragonika 16. Januar 2011 um 19:24 - Reply

    Ich mag Kaffee mit Zucker und Milch!<—-das ist ungesund^^ Kaffee schwarz nur zum "wach" werden.
    nämlich egal wie,mich beruhigt er sonst immer :)

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