Beamen – Reine Zukunftsmusik oder bald Realität?
Das “Beamen” ist bekannt aus Film und Fernsehen, aus der Literatur und aus unserem Sprachgebrauch bzw. unseren Vorstellungen. Doch, warum wir dieses “Beamen” (Teleportieren) in der derzeitigen Form kennen, welche kuriose Geschichte eigentlich dahinter steckt und was das “Beamen” für gewaltige Probleme mit sich bringt, erzähle ich euch in diesem Artikel.
Gibt’s doch überall – aber sieht toll aus!
Wer kennt den Begriff “Beamen” nicht? Ernsthaft, in fast jedem Science-Fiction Film wird irgendwer oder irgendwas “gebeamt”, also teleportiert. Bestes Beispiel dafür: “Stark Trek”. Zugegeben, wenn man es genau nimmt, findet Teleportation sogar Anwendung in Komödien, man erinnere sich nur an “(T)Raumschiff Surprise – Periode 1″ mit Michael “Bully” Herbig und seinen bekannten Kollegen aus der kultigen “Bullyparade”.
Doch, habt ihr euch mal ernsthaft Gedanken über den Vorgang einer Teleportation gemacht? Über das “Beamen”? Nein? Ich ehrlich gesagt auch nicht, warum auch, sieht in Filmen cool aus, man kommt in Sekundenschnelle von einem Ort zum Anderen und wenn es im Film eh nur kracht und ballert, das reicht uns Männern schon. Bis jetzt!
Durch Zufall kam ich auf den Gedanken, als ich in einem Unterhaltungselektronikfachgeschäft vor einem Beamer stand – einem Projektor. Ich recherierte eine Weile und möchte euch nun kostbares Gedankengut oder besser gesagt spannende Informationen zum Thema “Beamen” mit auf den Weg geben, es lohnt sich!

Beamvorgang aus der Sicht des Gebeamten
Beamen – eine skurrille Geschichte
Tatsächlich wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts über eine Art “Beamen” gesprochen. Es war das Jahr 1855 (!) und in der “phantastischen Literatur” (“phantastisch” im Sinne von “erdacht/ausgedacht”) wurde das erste Mal von einer Art “Materietransport” gesprochen. Sydney Whiting erzählte in seinem Roman “Helionde”, wie der Protagonist träumt von Dampf aufgelöst und zu einer Sonne transportiert zu werden. Was für ein Humbug! Sicher? Scheinbar nicht, denn etwa 20 Jahre später, genauer gesagt, im Jahre 1877 erschien in der “New York Sun” eine Kurzgeschichte mit dem Titel “The Man Without A Body”. Hier beschrieb der Autor Edward Page Mitchell, wie durch eine (skurrille) Technik, Materie in Energie umgewandelt, zu einem Empfänger übertragen und in Materie zurückgewandelt werden kann. Das war damals so schockierend und einzigartig, wie der Film “King Kong” in seiner Urfassung, als die Menschen vor lauter Angst und Schrecken aus den Kinos gelaufen sind (kein Witz, war tatsächlich so)!
Für Neugierige: Was ist “Materie“?
Die Materie ist (in den Naturwissenschaften) eine Sammelbezeichnung für alle Objekte, die eine Ruhemasse (also eine Masse, die wir “Gewicht” nennen) besitzen. Anders: Alles was wiegt hat Masse und (ist) somit Materie.

Struktur einer Materie
Doch genau weil es sich so absurd und unmöglich anhörte, etablierte sich der Gedanke von “transportabler Materie” über große Strecken mit einer unfassbar hohen Geschwindigkeit in den so genannten “Sciene-Fiction Filmen”. Science Fiction bedeutet direkt übersetzt “Wissenschaft Fiktion” also etwa “fiktive Wissenschaft” – und genau deswegen schmeißt man in Science-Fiction Filmen (Sci-Fi Movies) all das rein, was man technisch in der Art und Weise (in der Realität) nie bewerkstelligen bzw. umsetzen oder aus verschiedenen Gründen einfach noch nicht umsetzen kann.
Die Idee war also, den Helden/die Heldin/die Helden durch Teleportation rasch von Punkt A nach Punkt B reisen zu lassen – und da sie sich mit viel Schall und Rauch auflösen und ebenso wieder zusammengesetzt werden, sieht das auch noch cool aus!
Der heute in unserem Vokabular eigentlich standardmäßig vorhande Begriff “Teleportation” wurde erst im Jahre 1931 vom amerikanischen Autor Charles Hoy Fort genutzt. Er besaß eine literarische Sammlung mit dem Namen “Lo!” (deutsch: Da!) und nutzte diesen Begriff um den “mysteriösen Transport, das unvermittelte Auftauchen und das nicht nachvollziehbare Verschwinden” von Gegenständen zu um- bzw. beschreiben. Aber auch andere mysteriöse Phänomene wurden mit diesem Begriff schnell in Verbindung gebracht, wie z.B. Poltergeister o.ä.
Jetzt kommt aber erst der “Witz” der Geschichte! In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (also 1960er Jahre), waren Fernsehserien mehr und mehr im Kommen und erfreuten sich großer Beliebtheit. “Raumschiff Enterprise” war eine davon. Wir wissen inzwischen zwar, dass “Raumschiff Enterprise” nicht das erste FIlm- bzw. Serienkonzept war, welches den “Teleportationsvorgang” nutzte, dennoch wurde es hier in einer neuartigen Art und Weise und in einer noch nie dagewesenen Häufigkeit eingesetzt, dass der Zuschauer gar fasziniert war von den Möglichkeiten einer “Teleportation”. Achtung, jetzt der Witz: Damals waren Film-/Fernsehproduktionen teuer und aufwändig, also nicht viel anders als heute – wenn man sich niveauvolle Sendungen anschaut. Geld der Produktionsfirma für “Raumschiff Enterprise” war jedoch zu dem Zeitpunkt so gut wie gar nicht vorhanden, also musste gespart werden wo man nur konnte. Das Produktionsteam überlegte sich eine Möglichkeit, wie man teure und umständliche bzw. aufwändige Landesequenzen der Raumschiffe auf den Planeten umgehen kann. Die Idee: Die Protagonisten sollen einfach vom Raumschiff auf den Planeten gebeamt werden. Der sog. “Transporter” wurde geboren! Zum Glück! Denn, hätten die feinen Herren (und Damen) diese Idee nicht umgesetzt, gäbe es mit Sicherheit nicht diesen wundervollen und kultigen Ausruf: “Beam me up, Scotty!”
So viel zum Thema “Geschichte des Beamens” – das reicht. Ihr seid nun gut gerüstet für den folgenden Teil, der nicht ganz einfach wird. Aber, keine Sorge, ihr seid nicht bei alextv media um euch den Kopf zu zerbrechen, sondern um leicht zu lernen und zu verstehen. Auf geht’s!
Kann Beamen in der Realität funktionieren?
Wenn man etwas oder jemanden “beamt” (teleportiert), dann wird zu Beginn das Objekt/der Mensch Buchstäblich in seine Einzelteile aufgelöst. Damit meine ich nicht in Beine, Arme oder Füße, sondern Moleküle und Atome. Physik und Chemie? Schlimmer: Relativitätstheorie und Quantenphysik bzw. Quentenmechanik, im Endeffekt.

Moleküldarstellung - Vitamin C
Für Neugierige: Was ist ein “Molekül“?
Ein Molekül ist ein Teilchen, das aus zwei oder auch mehreren Atomen besteht. Sie sind die kleinsten Teilchen, die die Eigenschaften eines zugrundeliegenden Stoffes haben.Was ist ein “Atom“?
Atome sind die Grundbausteine einer Materie. Sie sind die kleinste Einheit, in die sich Materie insgesamt mit chemischen oder mechanischen Mitteln zerlegen lässt. Das heißt: Insgesamt besteht beispielsweise unser Körper aus einer unglaublich riesigen Anzahl von Atomen, die im Endeffekt den funktionierenden, gut oder weniger gut aussehenden Menschen bilden.

Schematische Darstellung eines Atoms (mit Elektronen)
Beschränken wir uns im Folgenden auf den Menschen. Was würde denn nun genau passieren, wenn wir an einer Stelle aufgelöst und an einer anderen Stelle wieder zusammengesetzt werden – und das binnen weniger Sekunden? Es würde einiges passieren!
Um uns vollständig durch einen sog. “Materiestrahl” transportieren zu können müsste ALLES (!) in uns und an uns getrennt und zersetzt werden, und gleichzeitig müsste jedes Teilchen in seiner Beschaffenheit und Lage gespeichert werden, d.h. nichts anderes als: Dieses Teilchen ist so groß, so lang, so breit und gehört zur Lunge oder zum Herzen und befindet sich in der Position. Ferner bedeutet dies: Auch die Elektronen an unseren Atomen, den kleinsten Teilchen, müssen voneinander getrennt werden. Und da liegt das Problem: Die dabei entstehende Hitze. Während Eiweiß beispielsweise sich schon bei etwa 42 Grad Celsius zersetzt, haben es Atome gerne etwas wärmer. Hier geht es erst bei 200 bis 300 Millionen Grad los, geht aber auch gerne bis einige Milliarden – und das, ist doch schon recht warm.
Weiteres Problem dabei: Durch diese Spaltung, durch die hohe Hitze und die dadurch enstehende Energie, kann Antimaterie enstehen. Antimaterie ist sozusagen der Gegensatz zur “normalen” Materie. All das, was die Materie nicht hat, hat die Antimaterie – wie Schwarz und Weiß, Ying und Yang, Frau und Mann. Antimaterie und Materie sind dafür bekant, dass sie sich vernichten, wenn sie aufeinander treffen. Oder anders: Ihr wollt euch von Hamburg nach Hannover beamen, steigt in Hamburg in den Teleporter und in Hannover blitzt es einmal kurz und das war’s. Was von euch übriggeblieben ist: Ein sogenannter Gammablitz. Kurz: Ihr seid tot.
Ihr seht also, das “coole” hin und her Teleportieren aus den Filmen, wird in unserer Zeit wohl nicht so einfach umzusetzen sein. Vielleicht in später Zukunft – wenn überhaupt. Meiner Meinung nach, müsste ein kleines Wunder geschehen, um den Naturgesetzen zu trotzen! Dennoch: Toll wäre es schon. Wenn ich da nur an die Preise der Bahn denke… aber das ist wieder eine andere Geschichte.













